Röhrenverstärker Selbstbau


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Der Röhrencode

Röhrentechnisches

Der Röhrencode

Bis etwa 1934 kennzeichnete jeder Hersteller in Europa die Röhren wie er se wollte. Jede Firma hatte eigene "Codes" und trrotzdem konnten viele Röhren mit unterschiedlichen Bezeichnungen untereinander ersetzt. werden. Dazu kamen (auch danach noch) vier- und fünfstellige Nummern für kommerzielle Röhren, besondere Codierungen für das Militär (oft nach Waffengattungen verschieden), und ausländische Röhrencodierungen.


Für uns Audio-Freaks ist zum Glück nicht alles interessant was es damals gab. Es ist übersichtlich geworden, denn die meisten Typen werden heute nicht mehr hergestellt.

Die folgende Auflistung beginnt trotzdem bei den alten Röhren vor 1934 weil dieser "Röhrencode" bis in die Gegenwart reicht.

1. Buchstabe (Heizspannung/Strom)

2. bis 4. Buchstabe
System(e)

Ziffern
Sockel

A = 4 V

A= Diode

0-9 Stiftsockel bzw. Topfsockel

B= 180 mA (Serie)

B = Duodiode

10-19 Stahlröhren

C= 200 mA (Serie)

C = Triode

20 - 29 Loktalsockel oder Oktalsockel

D = 2,8 V oder 1,4 V oder 0,625 V (Batterie)

D = Leistungs/Endtriode

30 - 39 Oktalsockel

E = 6,3 V

E = Tetrode

40 - 49 Rimlocksockel

F = 13 V

F = Pentode (HF und Vorstufen)

50 - 60 diverse und 9 polig Loktalsockel

G = 5 V

H = Heptode oder Hexode

61 bis 79 Lötdrähte oder Subm. Sockel

H = 150 mA (Serie)

K = Oktode

80 - 89 Novalsockel

K = 2 V

L = Endpentode

90 bis 99 Miniatur

 

M = Magische Augen

 

P = 300 mA (Serie)

Q = Nonode

über 100 Spezialröhren

U = 100 mA (Serie)

X = gasgefüllter Gleichrichter

 

V = 50 mA (Serie)

Y = Einweggleichrichter

 

X = 600 mA (Serie)

Z = Zweiweggleichrichter

 

Ab den Ziffern über 100 sieht es dann so aus:

171 bis 175 sogenannte Gnomröhren (Eine DDR Entwicklung) selten, sie wurden nur ca. 2 Jahre produziert - der Sammler sollte zuschlagen wenn er sie angeboten bekommt.

180-188 diverse Spezialröhren mit Novalsockel die auf bestimmte Eigenschaften hin (Rauscharmut, geringe Toleranzen) optimiert wurden. (EF 184 oder ECC 188)

190 - 199 wie oben aber für Röhren mit Miniatursockel.

Ab 1963 gab es dann zusammen mit der Neuentwicklung einiger Röhren z. B. für das Fernsehen, einen neuen Röhrencode der leicht geändert wurde. Das betraf überwiegend die Sockel. Die Ziffern wurden 3 und für bestimmte Röhren 4 stellig

Die erste Ziffer kennzeichnet die Sockelart:

2=Dekalsockel (10-polig) z. B. PFL 200. 3=Oktalsockel (8 polig) z. B. EL 360. 5 = Magnoval (9 polig größerer Sockel) z. B. PL 500. 8=Novalsockel (9 polig) z.B. ED 8000 und 9=Miniatursockel (7 polig).

Achtung! Es gibt von einigen Röhrenherstellern heute neue Entwicklungen die nicht in diese Reihe passen. So ist z. B. die ECC 99 von der Firma JJ eine Novalröhre - der Typenbezeichnung nach sollte es aber eine mit Miniatursockel sein. Die in China wieder produzierte EL 156 hat einen Oktalsockel, die Originale von TELEFUNKEN hatten einen 10poligen Stahlröhrensockel. Die neue EL 509 die als High-End Röhre wieder in Mode gekommen ist, hat im alten Original den Anodenanschluss oben auf dem Glaskolben, beim Nachbau wurde er nach unten in den Sockel verlegt.

Amerikanische Röhren
Die frühen Röhren aus Amerika hatten meist einen Zifferncode aus 2 - 4 Zahlen. Interessanterweise gibt es hier für Triodenfans einige Typen, die noch sehr gesucht sind. In späteren Jahren hat man in Amerika die Heizspannung dem Röhrencode vorangestellt, 1 - 2 Buchstaben zur Unterscheidung angegeben und anschließend eine Zahl angehängt die der Anzahl der Elektroden entspricht, die diese Röhre hat. So steht z. B. die "6" in der Bezeichnung 6SN7 für 6,3 V Heizspannung, "SN" ist eine mehr oder weniger sinnfreie Zuordnung zur Unterscheidung und die Zahl "7" steht für die Anzahl der Elektroden. Hier ist es eine Doppel-Triode, also 2 x 3 Elektroden + 1 der Heizfaden. Was die Kombination der Zahlen und Buchstaben betrifft, kann man sich nie ganz sicher sein, ob man nun ein System oder zwei davon in einem Röhrenkolben vorfindet. Die Amerikaner haben meistens die letzten Buchstaben des Alphabets für die Bezeichnung ihrer Gleichrichterröhren benutzt. Mit den Buchstaben "VT" wurden amerikanische Röhren versehen, die militärisch genutzt wurden. Diese Typenbezeichnungen lassen kaum einen Rückschluss darauf zu, was sich dahinter verbirgt. So ist z. b. eine VT 4c die Senderöhre 211, die VT 65 entspricht der 6 C 5 und die VT 100 ist eine 807. Wer hier durchsteigen will, braucht eine Tabelle.


Das oben abgebildete Buch lohnt sich antiquarisch zu besorgen. Es stammt vom Franzis Verlag. Autor Herbert G. Mende "Radio-Röhren, wie sie wurden, was sie leisten und anderes was nicht im Barkhausen steht. Hier erhält man Einblicke in die Röhrenproduktion und die Entwicklungsschritte der Röhren.

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