Röhrenverstärker Selbstbau


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Ein Mullard 3-3 Klon

Schaltpläne

1956 brachte die Firma Mullard den 3-3 als Applikation für einen kleinen Röhrenverstärker heraus, damals noch Mono und wahlweise mit bzw. ohne Klangregelung. Drei Röhren und 3 Watt Ausgangsleistung, daher 3-3. Für Stereo auf einem Chassis, wird daraus nach der Logik ein 3-5 daraus, wenn man eine Gleichrichterröhre für beide Kanäle mitzählt.

Das Gerät ist das bisher Beste in der Leistungsklasse was ich gehört habe. Ein alter Schaltplan, der günstig mit den heute erhältlichen Bauteilen zu realisieren ist. Im Internet findet man viele (positive) Erfahrungen dazu. Ich habe bisher gern einen Bogen um die EF 86 als Vorstufenröhre gemacht - hier in diesem Konzept ist sie zwingend vorgesehen.

Der Verstärker hatte auch in Deutschland einen Klone. RIM in München brachte den "Musikus" heraus der einige wichtige Grundzüge des "Mullard 3-3" übernahm, jedoch auf eine EF 804 als Vorstufenröhre zurückgriff. Das war 1958.



Aus heute erhältlichen Bauteilen für eine gefühlte Ewigkeit gebaut. Die 5U4G hat leichtes Spiel mit der Stromversorgung dieses Verstärkers. Eine GZ 34 oder eine EZ 81 wären genauso denkbar. Gegenüber dem originalen Schaltplan wurde einiges verändert. Eine Drossel sorgt für absolute Ruhe in der Stromversorgung, einige Widerstandswerte wurden geändert - das war es. Im Netzteil kommt man damit nach wie vor mit geringen Siebkondensatoren von 50µF aus, die hier in einem Becher zusammengefasst sind. Im Foto ist er nicht sichtbar, er sitzt zwischen dem Netztrafo und der Drossel.

Hier die Schaltung. Geändert wurde der Wert des Anodenwiderstandes (im Original 1M) und seines Vorwidwerstandes (im Original 390K) was hier nötig war um die EL 84 mit der passenden Gittervorspannung zu versorgen. Diese ergibt sich aus der Differnz zwischen der Anodenspannung der EF 86 und der Spannung an der Kathode der Röhre EL 84 und soll 7,5 - 8 V betragen. Durch die direkte Kopplung der Anode der EF 86 auf das Gitter fällt der Koppelkondansator als limitierender Faktor weg, die einzigen Bauteile die hier die Frequenzgrenzen bestimmen sind der erste Koppelkondensator (22nf) und der Übertrager selbst. Diese Gleichstromkopplung birgt aber auch ein paar Überraschungen. Das Gerät braucht wirklich gute Röhren, sonst werden Differenzen zwischen den Kanälen eventuell hoch.

Netzteil des Mullard Klon

Das modifizierte Netzteil. Die im ursprünglichen Plan vorgesehene EZ 80 ist für einen Stereo Verstärker zu schwach. Eine Röhre 5U4G eine EZ 81 oder eine GZ34 sind hier die geeigneten Röhren, denn rund 120 mA muss das Netzteil konstant an den Verstärker liefern. In der Originalschaltung wird die Betriebsspannung vom Ladeelko abgenommen, was meiner Meinung nach für einen SE Verstärker keine gute Lösung ist.



Und so sieht er unter dem Rock aus. Die Point - to - Point Verdrahtung ist kein Hexenwerk, wenn man systematisch arbeitet. Man beginnt am besten mit der Röhrenheizung, dann folgt das Netzteil und die Verkabelung an den Ausgangsübertragern. Die verwendeten Bauteile von Hammond (TM) haben lange Drahtenden, die man Stück für Stück verbindet, wobei diejenigen die, die nicht benötigt werden an Lötösenleisten legt. So entgeht man dem "Wirrwar" beim verdrahten. Man muss natürlich nicht die Bauteile dieser Firma verwenden - es hat jedoch einige Vorteile, denn schon allein optisch macht der Verstärker damit eine gute Figur

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