Röhrenverstärker Selbstbau


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Röhrenvertärker mit der EL 12

Schaltpläne

Der Röhrenverstärker für Einsteiger

Von Telefunken 1938 auf den Markt gebracht, hatte die Röhre EL 12 ein wirklich langes Röhrenleben bis Mitte der 50er Jahre. Etliche große Spitzenklasse-Röhrenradios und Musiktruhen von Grundig, SABA und anderen prominenten Herstellern wurden auch nach 1948 damit bestückt. Mit Ihr ließ sich die Qualität der UKW Übertragung besser realisieren als mit der halb so starken EL 41. Bei entsprechender Arbeitspunkteinstellung und unter Wahrung der maximal möglichen Verlustleistung ist das kein Problem. Das Einsteiger - Projekt (Single-Ended, also Eintaktverstärker) mit der EL 12 N leistet ca. 6 - 7 Watt pro Kanal.

Trotz allem kann es mit dieser Leistung schon recht laut werden, wenn die angeschlossen Lautsprecher keine "Leistungsfresser" sind. Die EL 12 bietet klanglich eine Menge an zusätzlichem Volumen, ohne angestrengt zu wirken. Im Vergleich zur EL 84 ist der Klang subjektiv weniger hart, ohne an Prezision zu verlieren.

EL 12 Verstärker Schaltplan

Die Schaltung
Die SRPP Schaltung im Eingang hat den Vorteil der Rauscharmut, in Kombination mit einer relativ hohen Verstärkung. Der Eingangswiderstand einer SRPP Stufe ist außerdem niedriger, was besser zu modernen Tonquellen passt. Alte Röhrenschaltungen, z. B. aus alten Radios sind hier völlig anders gestrickt, weil Ihre "Tonquellen" viel höhere Innenwiderstände hatten, so hatten z. B. übliche Tonabnehmer mit Kristallsystem einen Innenwiderstand zwischen 500 K und 1 MOhm.


Der Widerstand R2 sorgt für die Gittervorspannung der unteren Triode und wird nicht, wie man es sonst in diversen Büchern vorfindet mit einem Elko von 10 - 100µF überbrückt, weil hier die (moderate) Gegenkopplung angreift. R3 muss genauso gross sein wie R2, denn der stellt wiederum für die obere Triode die Gittervorspannung ein. Beide Widerstände müssen engtoleriert sein, verfügt man über eine größere Anzahl von Widerständen, die eine weitere Toleranz haben als 5 % sollte man sich aus der Menge durch Ausmessen mit einem Ohmmeter zwei möglichst gleiche für die Stufe heraussuchen. Über C 1 gelangt die Tonfrequenz als Wechselspannung an das Gitter der E 88 CC. Die obere Triode stellt praktisch den Anodenwiderstand der unteren Triode dar, an dem die verstärkte Tonfrequenz abfällt. Die beiden Trioden der E 88 CC liegen in Serie zu der Anodenspannung. Durch die beiden Triodensysteme ensteht ein Spannungsteiler, der die an der Anode der oberen Triode liegende Anodenspannung etwa im Verhältnis 1:2 aufteilt. Wenn an der Anode der oberen Triode eine Spannung von z. B. 200 V zu messen ist, dann sollte man an der Anode der unteren Triode 100 V messen können. Kleine Differenzen beziehen sich auf die Gittervorspannung. Stellt sich dieses Verhältnis der beiden Spannungen nicht annähernd ein, dann stimmt etwas mit den Widerständen nicht oder die Röhre muss ausgetauscht werden. Die Widerstände R 4 undR 5 reduzieren die Anodenspannung aus dem Netzteil. R 5 bildet zusammen mit C 9 einen Teil der sogenannten "Siebung". Reste des Netzbrummens, die aus dem Netzteil kommen können, werden damit unterdrückt. Jede Vorstufe ist dafür immer anfälliger als alle Stufen danach. Auch wenn der sogenannte "Restbrumm" aus dem Netzteil in der Größenordnung von 0,1 V liegt, ware das ohne Siebung im Gerät deutlich hörbar.

Die Beschaltung der Endstufe ist ganz normaler Stand der Technik von vor etwa 50 Jahren. Hier gibt es in der Dimensionierung der Bauteile einige Details, die zu beachten wären. Für die EL 12 wird normalerweise in den Röhrentabellen ein Kathodenwiderstand (hier R7) von 90 Ohm angegeben, was aber nur für die dort auch angegebenen 250 V Anodenspannung gilt. Obwohl die EL 12 N robust ist, kommt es wie bei jeder Röhre auf die Einhaltung der maximal zulässige Anoden- und Schirmgitterverlustleistung an. Bei der der EL 12 sind es 18 Watt für die Anodenverlustleistung und 2 Watt für das Schirmgitter. Auch wenn die realen Spannungswerte für die Anodenspannung von höher als 250V sind, darf diese Leistung nie überschritten werden.

Das Netzteil

Die RC Kombination aus einen 220nF Kondensator und einen 15 Ohm Widerstand ist sehr wichtig, um sogenannten Spikes zu unterdrücken. Das sind (auf dem Oszi betrachtet) Nadelförmige Impulse die durch die Verwendung von Siliziumgleichrichtern entstehen. Die beiden Elko's mit 100µF sind für 450V bemessen, weil gleich nach dem Einschalten dort eine Spannung von knapp über 350 V anliegt, die erst absinkt wenn die warmgewordenen Röhren Strom aufnehmen. Die beiden 100 Ohm Widerstände in der Röhrenheizung sorgen für die Symmetrierung der Heizspannung (Brummen) und ersetzen den in alten Radio oft verwendeten Entbrummer.


Masseführung

Was man dem Schaltbild nicht gleich entnehmen kann, ist die Tatsache das hier zwischen Gerätemasse und Metallgehäuse unterschieden wird. An das Gehäuse gehört der Grün-Gelbe Schutzleiter des Kabels. Die Masse des Gerätes ist davon getrennt isoliert verlegt. Als verlässlichen Massepunkt wählt man am besten den Minuspol des ersten Elkos. Von dort werden die Verbindungen zur Masse der Vor- bzw. Endstufe geführt. Bitte darauf achten, dass die Masseanschlüsse von Lautsprecherbuchsen, Eingangsbuchsen und Poti nicht mit dem Gehäuse leitend verbunden sind. Nur ein 100 Ohm Widerstand und ein Kondensator werden von der Gerätemasse zum Gehäuse gelegt. Das ist notwendig damit das Gerät nicht handempfindlich wird (anfängt zu brummen wenn man sich mit der Hand dem Gehäuse nähert)

Der Verstärker auf dem Bild wurde nach diesem Plan gebaut - einige (wenige) Bauteil- Werte wurden von mir gegenüber den Vorgänger geändert. Der Kunde hat dem Verstärker noch zusätzlich zwei Röhren als Aussteuerungsanzeige spendiert, was den Verstärker äußerlich attraktiver macht.

Stückliste für Stereoverstärker

P = 1x Stereopoti
2 x 50 KOhm log

R1= 2 x 100 K, MOX 0,5W

R2/R3 = 4 x 470 Ohm MOX 1W

R4*= 2 x 10 KOhm MOX 2W

R5= 2x 1,5 KOhm 2W

R6*= 2x 1 MOhm MOX 0,5 W

R7*= 2x 130 Ohm Draht ab 2W

R8*= 2 x 12 KOhm MOX 0,5 W

R9= 2 x 100 Ohm 1 W

R10=1 x 15 Ohm, 2 W

R11/R12/R13=3 x 100 Ohm, 2W

R14* = 1x 33 KOhm, 4 - 5 W

R15 = 2x 1 KOhm, 1 W

C1*= 2x 220 nF 630 V

C2*= 2x wie C1

C3 = 2x Elko 470 MFD / 40 V oder mehr

C4*= 2x 47-470pf (ausprobieren)

C5 = 1x 220 nF /1000 V

C6/C7 = 1x Elko 100 MFD / 450 V

C8 = 1x 2,2 nF Keramik oder Folie 1000V

C9 = 2x Elko 10 MFD / 450 V

Röhren 2 x E 88 CC oder ECC 88 und
2 x EL 12 N

Netztrafo 1x NT 250 / 300 E
(Sekundär 250 V, 0,3 A und 6,3 V mit 6 A)

Drossel 1x D10/150
(10 H, 150 mA

Übertrager 2x FH-SE 20 U
(Ra= 3500 Ohm, Sek. 4, 8 Ohm)

Gleichrichter 1x KPBC 2510 W oder
4x 1 N 4007

Röhrensockel
2x Stahlröhrensockel
2x Novalröhrensockel

Die mit * versehenen Werte können
individuellen Gegebenheiten angepasst werden.
R8 für die Gegenkopplung sollte empirisch
ermittelt werden, genauso wie C4.

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