Röhrenverstärker Selbstbau


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Verstärker bauen

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Diese Seite zeigt, wie man den Aufbau des Röhrenverstärkers mechanisch bewältigt und wie man seinen Selbstbau - Röhrenverstärker plant. Bevor wir anfangen, sollten wir alle Teile bereitliegen haben. Da man bestimmte Bauteile schlecht direkt nebeneinander montieren kann, weil sie sich gegenseitig beeinflussen, muss man etwas überlegen.

Hier im Beispiel geht es um eine Mono Endstufe, die aus alterwürdigen Material neu entsteht.

Falsch geplanter Aufbau

Am besten stellt man die Teile erst mal vor sich hin und schiebt sich die Anordnung auf der Fläche zurecht, die man benutzen will. Hier stehen die Bauteile auf einem Chassis der Firma Hammond, das es fertig zu kaufen gibt.

Die Anordnung auf dem Foto oben ist reichlich ungünstig. Die Gleichrichterröhre (auf der linken Seite) steht dicht am Netzteilelko. (Der hellblaue Zylinder). Dem Elko wird es bei diesen geringen Abstand zu warm, was für seine Lebensdauer nicht gut ist.

In der Mitte sieht man zwei Röhren - eine ist goldfarben, die andere rot lackiert. Das sind die Röhren für die Vorstufe und die Phasenumkehrstufe. Vor dem Netztransformater (links) sind beide ungünstig plaziert weil die Gefahr besteht, das der Netztransformator induktiv Brummen einstreuen wird.

Richtiger Aufbau

Richtig! Die Gleichrichterröhre hat jetzt mehr Abstand zum Elko und die beiden Vorstufenröhren stehen abseits vom Netztransformator. Dort wo die Vorstufenröhren standen sind jetzt die beiden Endstufenröhren. Diese sind nicht brummanfällig. Da hier ein alter Bauplan umgesetzt werden soll, wird in der Vorstufe eine Pentode verwendet. Innenwiderstand und Verstärkung dieser Stufe sind sehr hoch - deshalb muss sie Abstand zum Netztransformator haben, damit Brumm-Einstreuungen sicher vermieden werden.

Das der Gegentaktübertrager links im 90 Grad-Winkel zum Netztransformator steht ist Absicht. Nur so kann der Ausgangsübertrager daran gehindert werden, induktiv eingestreutes Brummen aus dem Netztransformator aufzunehmen.

Ausrichtung der Transformatoren

Praktisch - aber falsch. Beide Spulenkörper der Transformatoren liegen in einer Linie. Längs einer gedachten Achse durch den Spulenkörper des Netztransformators, ist das störende induktive Feld am größten und wirkt so wie sie jetzt stehen direkt auf die Wicklungen des Ausgangsübertragers. Ist das Gerät erstmal fertig aufgebaut, kann man das schwer ändern und wird den Störpegel nicht mehr los.

Das mit Abdeckband beklebte Chassis

Jetzt wirds handwerklich

Für das was folgt braucht man keine Schlosserausbildung. Um das Chassis vor Werkzeugspuren und Kratzern zu schützen, wird die vom Hersteller aufgebrachte Folie entfernt und Abdeckband (Malerkrepp) aufgeklebt.

Position anzeichnen

Auf dem Abdeckband kann man hervorragend die Position der Bauteile mit einem feinen Filzschreiber anzeichnen.

Im Rechten Winkel die Bauteile ausrichten

Wenn es genau grade montiert sein soll, hilft ein Winkel die Bauteile auszurichten.

Ankörnen

Damit der Bohrer besser auf dem Chassis halt findet, wird die Stelle an der gebohrt werden soll "angekörnt". Werkzeug einfach auf die Markierung setzen und mit einen leichten Hammerschlag einen Grat hineinschlagen. Dadurch greift die Spitze des Bohrers besser und man kann präziser bohren.

Bohren mit dem Akkuschraube

Bei mir hat sich ein Akku - Bohrschrauber für diese Arbeiten bewährt. Eine Bohrmaschine ohne Kabel ist hier einfach handlicher. Eine riesige Schlagbohrmaschine wäre jetzt das letzte was man braucht. An allen Stellen die markiert sind wird "vorgebohrt". Üblicherweise verwende ich 3 mm Bohrer dafür, von denen man für solche Arbeiten immer 4 - 5 Stück vorätig haben sollte.

Um später mit einer Handstanze arbeiten zu können, braucht man einen Stufenbohrer. Die gibt es bis zu einen Durchmesser von 36 mm. Hier soll für eine Stahlröhrenfassung ein runde Öffnung gestanzt werden. Für die Spindel der Handstanze braucht man eine Öffnung mit 10 - 14 mm Durchmesser, je nach verwendeten Werkzeug. Stufenbohrer sollte man etwas einfetten, dann halten sie länger.

Öffnung für Röhrenfassung ausstanzen

Hier wird noch ein großer Innensechskant als Antrieb für die Spindel gebraucht. Bei dem verwendeten Chassis mit ca. 1,3 mm Stärke ist der Kraftaufwand eher mäßig.

Aufbau einer Handlochstanze

Ein ganz einfaches Werkzeug. Die Spindel wird wird in das obere Teil gesteckt und die beiden Teile werden durch die Öffnung geführt. Die Stanze wird von der Gegenseite her unter das Chassis geschraubt. Die Spindel einölen, je nach Material das man verarbeitet wird hier sehr viel Kraft wirksam. Billige Werkzeuge gehen in die Knie, wenn die Materialstärke höher als 1 mm ist.

Röhrenfassung in der Öffnung

Passt! Für die alten Stahlröhren- und Außenkontakt - Röhrenfassungen braucht man eine Stanze mit
ca. 37 - 40 mm.

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