Röhrenverstärker Selbstbau


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Werkzeuge für den Selbstbau von Röhrenverstärkern

Tipps & Service

Löten? verbleit bitte!

Es gibt nichts was unsere europäische Gesetzgebung so läßt, wie es früher mal war. Hier möchte ich für den Selbstbauer ein klares Plädoyer für die Verwendung von verbleiten Lötzinn abgeben. Seit der Einführung der RoHs - Richtlinie gehört Blei zu den Werkstoffen, die aus der Massen - Elektronik verbannt wurden. Unsere Eurokraten haben dabei so getan, als würden wir alle täglich an alten Platinen nuckeln.

Seit ein paar Jahren gibt es deshalb bleifreies Lötzinn. Es erfordert hohe Temperaturen beim Löten und hat äußerst negative Eigenschaften auf die Lebensdauer unserer Geräte. Die Qualität der Lötverbindungen ist meist sehr fragwürdig. Lassen Sie also RoHs konformes Lötzinn im Regal liegen. Unsere Röhrenverstärker sind bestimmt nicht das Umweltproblem, sondern die großen Mengen billiger Elektronik die im Ausland produziert wird, um nach spätestens 5 Jahren auf dem Müll zu landen.

Was der Automobil- und Luftfahrtindustrie recht ist, kann uns nur billig sein

In beiden Industrien darf man mit europäischer Duldung weiterhin verbleites Lot verwenden. Ob Autoelektronik oder Flugzeug, dort wo es vibriert, schüttelt und wechselnde thermische Belastung Platz greifen, bleibt es erlaubt, weil es hier um absolute Zuverlässigkeit geht. Das sollte uns grade gut genug für Röhrenverstärker sein. Wir dürfen dieses Lötzinn auch heute noch legal verwenden, weil wir unsere Elektronik nur für den Eigenbedarf bauen und unsere Produkte nicht an Dritte verkaufen.

Der passende Lötkolben Röhrenverstärker zu bauen

Für den Aufbau unserer Verstärker reicht ein einfacher aber starker Lötkolben. Das gilt definitiv für Point to Point Verdrahtung. Das richtige finden Sie in der Leistungsklasse ab 60 bis 100 Watt. Damit sieht unser Lötwerkzeug fast so aus wie auf der Anzeige unten aus dem Jahr 1932. Wenn die Lötspitze durch irgendwelche Reste unserer Arbeiten verschmutzt ist, kann man die heiße Lötspitze mit einen simplen billigen Pinsel aus den Baumarkt zu reinigen. Auch wenn es leicht nach versengten Haaren riecht, ist das eine ganz gute Möglichkeit.

Eine recht gute Wahl ist auch eine Lötpistole. Die bleibt mit Sicherheit nicht aus Versehen eingeschaltet. In der Leistungsklasse um 100 W gibt es für unsere Zwecke brauchbare Modelle.

Löten "historisch". Noch lange Zeit mussten Lötkolben über einer offenen Flamme erhitzt werden. Das Bild unten zeugt eine alte Ersa Werbung um 1932

Alte Ersa Werbung um 1932

Isolierte Schraubenzieher und Zangen

Das hantieren mit hohen Anodenspannungen ist lebensgefährlich, gut isoliertes Werkzeug schützt. Gönnen Sie sich geprüftes Werkzeug, wie es der Elektriker auch nimmt. An Zangen brauchen Sie einen Seitenschneider, eine sogenannte Telefonzange mit gebogener Spitze und eine Abisolierzange. Es muss nicht das teuerste sein aber auch nicht zu billig, gute Mittelklasse eben. Achten Sie darauf das diese Werkzeuge das GS-Zeichen bzw. das Logo des VDE tragen.


Opa's Schraubenzieher mit dem Holzgriff ist nichts für unsere Arbeiten, Holz isoliert zu schlecht. Die Griffe sollten aus Kunststoff sein und gut in der Hand liegen. Achten sie darauf Schraubenzieher mit gehärteten Klingen bekommen, die Schraubenköpfe werden es Ihnen danken. Ein kleines Sortiment aus drei Größen für Schlitzschrauben und Kreuzschlitzschrauben reicht für den Anfang. Auch hier gibt es Werkzeug das TüV bzw. VDE geprüft ist. Einer der kleineren Schraubenzieher sollte einen isolierten Schaft haben, um ohne Kurzschlüsse zu verursachen an Trimmern z. B. für die BIAS-Einstellung drehen zu können.


Bohrmaschine

Die großen Bohrmaschinen für den Hausgebrauch sind zu unhandlich für die Arbeiten am Chassis. Gönnen Sie sich was kleines handliches für feinere Arbeiten. Auch ein guter Akkuschrauber ist oft als Bohrmaschine geeignet. Das Bohrersortiment fängt mit 3 mm an, mehr als 6 mm sind meist nicht notwendig. Grade von der kleinen Größe sollte man einige mehr haben. HSS und noch härtere Qualitäten sind das richtige. Ein komplettes Set brauchen Sie dafür nicht, kaufen sie lieber ein paar mehr von den kleineren.


Welches Werkzeug für große Löcher im Chassis?

Handstanzen. Hier gibt es Sets mit denen man Löcher mit 16, 18, 20, 25 und 30 mm in Alu- oder Eisenblech stanzen kann. Allzu dick darf es leider nicht sein. Bei Eisen sind Stärken bis max. 1 mm möglich bei Alu 1,5 mm. Die Spindel der Stanzen (das ist ein Teil das wie eine große Schraube aussieht) sollte man mit etwas Öl einreiben, damit die Arbeit leichter geht. Statt dem Serienmäßigen Griff, sollte man einen Schraubenschlüssel oder einen langen Schraubenzieher quer durchstecken.

Messen und Testen
Unbedingt nötig ist ein Vielfachmessintrument, mit verschiedenen Messbereichen für Gleichspannung, Wechselspannung und Strom. Bei sehr billigen Instrumenten reichen die noch nicht mal bis zur Netzspannung. Es sollte schon im Gleichspannungsmessbereich bis zu 600 V abkönnen (..mehr ist natürlich besser).

Gönnen Sie sich was neueres. Für 50 - 100 Euro, bekommen Sie heute ein Gerät das viel mehr kann als das Schätzeisen von vor 20 Jahren.

Zeigerinstrumente haben auch heute noch Ihre Daseinsberechtigung. Der Zeiger visualisiert den Verlauf einer Spannung meist viel besser als eine (durchzählende) Digitalanzeige.
Nice to have - das lohnt sich gelegentlich schon ein solches "Schätzeisen" noch zu besitzen.

Tongeneratoren
Sinus, Rechteck, Dreieck und dazu noch ein Frequenzbereich der vielleicht bis weit nach oben reicht. Wichtig ist das der Generator in jedem Frequenzbereich eine definierte Spannung abliefert, sonst wird die Aufnahme eines Frequenzganges zum Glückspiel. Ältere Geräte sind dabei immerhin besser als nichts. Zwingend notwendig für den Aufbau unserer Schaltung ist es nicht, wer jedoch selbst nachentwickeln will kommt kaum daran vorbei.

Oszilloskop
Wer da vor einer Neuanschaffung steht, sollte sich ein Zweikanalmodell aussuchen. Die Bandbreite muss für NF Verstärker nicht hoch sein - aber ich weis nicht was Sie sonst noch damit vorhaben. Ein gebrauchtes Oszi ist oft die günstigere Wahl, denn das Schirmbild muss man auch richtig deuten können, was man damit recht gut lernen kann - auch die Bedienung ist einfacher.






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